Julien Sprunger – Tormaschine und Identifikationsfigur

Ich gebe zu, es ist aktuell ziemlich fehl am Platz Spieler unseres Teams zu loben. Die Niederlage gestern in Ambri war die siebte in Folge und die Verschwörungstheoretiker im Inter-Netz wünschen sich entweder Kossmann zurück (aber klar) oder sehen schon Bykov an der Bande (aber klar). Mir egal, denn ich mache es trotzdem.
Julien Sprunger erreicht mit seinen 17 Toren in 27 Spielen einen absoluten Topwert und liegt damit mit dem Davoser Marc Wieser (der sein 17. Tor am Freitag gegen uns schoss während Sprunger verletzt auf der Tribüne sass, haha wie witzig) an der Spitze der Liga. Das ist eine Tatsache die man auf keinen Fall für bare Münze nehmen darf. Nach seinen unzähligen Gehirnerschütterungen die ihn immer wieder zurückwaren, wären andere Spieler heute entweder bedeutungslos oder längst zurückgetreten. Unsere #86 aber ist trotz miesen Zeiten immer wieder zurückgekommen. Er hat ein paar der legendärsten Tore der letzten 20 Jahre geschossen wie z.B. den Herzschlag-Penalty im Spiel 2 des Viertelfinals gegen den SCB 2008 oder das berühmte „Stehaufmännchen-Schmankerl“ beim Sweep gegen den ZSC ein Jahr später.
Sprunger ist eine Marke. Niemand verkauft mehr Merchandise, keiner unserer Jungs ist bekannter in der Liga. Er ist Fribourg, mit jeder Bewunderung die er auslöst und jedem Hass den er auf sich zieht.
Sprunger ist ein Popstar. Er mag nicht die Attraktivität eines Froidevaux oder eines Axelsson haben doch gibt es Frauen (und auch Männer) die jeden seiner Schritte verfolgen, falls sie denn auch preisgegeben werden. Dabei ihr Blut in Wallung versetzen und möglichst laut kreischen wenn er trifft.
Sprunger ist unsere Lebensversicherung. Das jüngste Beispiel ist sein sehr später Ausgleich am 29.11. in Biel, ohne den wären wir 100% ohne Punkte nach Hause. Es gibt keinen andere Spieler der in solchen Situationen so sehr den Fokus auf das Wesentliche setzt und dabei offenbar so wenig Druck verspürt.
Mag er doch hin und wieder zu eng mit Gevatter Schlendrian sein, es sind genau solche Aktionen die ihn zu der allergrössten Identifikationsfigur im Fribourger Sport machen. Über alle Sprachbarrieren hinaus.
Sprunger wird die aktuelle Krise überstehen, er wird diese Saison überstehen und wird dereinst noch in seiner Aktivzeit den Pokal nach Fribourg holen.
Ist man bei Plüss oder Heins wahrscheinlich zu Recht ein wenig skeptisch ob sie tatsächlich ans Hallendach gehören, wird man dereinst bei ihm keine Widerworte hören.

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