Ist die Karriere auch vorbei: Niemand so wie diese zwei!

Als Beni Plüss nach der Saison 2002/2003 aus Langnau nach Fribourg kam, war wohl niemand sonderlich berauscht von diesem Transfer. Er hatte auf alle Fälle Talent, war aber ein Spätzünder und sein Bruder Martin, der zu diesem Zeitpunkt schon Captain von Kloten war, überstrahlte ihn deutlich. Ausserdem hatte er bereits seine Verletzungsgeschichte und er nahm Gottéron wohl als letzte Chance, in der NLA einen Stammplatz zu erhalten. Was danach kam, war ein Musterbeispiel dafür, was passieren kann, wenn ein Spieler und ein Verein einfach zusammenpassen. In den folgenden 13 Jahren bis zu seinem Karriereende letzte Saison (dazu diese Würdigung von damals http://www.drachenradio.ch/aktuell/beni-pluess-eine-wuerdigung) ging er mit unserem Club durch Tiefen (da gab es wirklich ein paar ganz dreckige und traurige) und durch diese sonnenbeschienenen Höhen die für die Fans dieser Generation wohl ewig in Erinnerung bleiben werden. Er war ein Kämpfer, ein Racker, ein Genie und ein Stehaufmännchen. Er hatte das Arbeitsethos und das Moralempfinden eines wahren Sportmanns, die aber weit über das Eishockey hinausstrahlten. Er spielte mit Sprunger/Montandon bzw. Sprunger/Bykov in einer der gefährlichsten Schweizer Sturmformationen seit vielen Jahren. Er kommt aus dem Kanton Zürich, wird aber längst als Einheimsicher wahrgenommen. Das erreichte er mit seiner grossen Persönlichkeit. Er teilt das mit der Burgdorfer Nr. 10. Auch teilt er mit Mario Rottaris, dass heute Abend seine #13 zurückgezogen und nicht mehr vergeben wird. Danke Beni für alles!
 
In einem Artikel im Magazin «Top Hockey» irgendwann im Herbst 2006 war, las ich von den Spuren die der Kanadier Shawn Heins in dieser Saison beim EHC Basel bisher hinterlassen hatte. Wenig Punkte aber viele Checks und übermässig Strafen. Er holte zwar zwei Jahre zuvor mit den Eisbären Berlin den DEL-Titel, hatte NHL gespielt und war einige Jahre Rekordhalter für den stärksten Slapshot. Doch verhiess der Abgang bei Hannover aus «persönlichen Gründen» und die bescheidene Leistung bei den Rheinstädtern nichts Gutes. Dann kam die umtriebige Natipause im November. Gottéron wollte Krisjanis Redhlis nach 15 Spielen nicht mehr und war auf der Suche nach Ersatz. Basel sperrte Heins intern, Ueli Schwarz war nicht zufrieden und man wollte ihn zusammen mit Eric Landry so schnell wie möglich loswerden. Bern holte sich den Stürmer, Fribourg diesen offenbar schwer zu kontrollierenden Hünen von Verteidiger. Auch hier nannte das wohl niemand in Fribourg einen Top-Transfer. Am 14.11. gab Heins zwar bei einer Heimniederlage gegen Rappi sein Debut, konnte jedoch gleich mit 2 Assists und 0(!) Strafminuten überzeugen! Was danach kam waren 6.5 Saisons ganz grosses Kino. Shawn Heins war ein harter und kompromissloser Verteidiger in der Defensive und ein mit einem Monsterschuss und sehr sehr sehr (usw.) viel Einschüchterungspotential ausgestatteter Blueliner in der Offensive. Er konnte Spiele mit Checks zur richtigen Zeit in die richtigen Bahnen lenken. Er war für seine spielerisch stärkeren Mitspieler da und setzte sich für sie ein. Er nahm jede Ungerechtigkeit persönlich, war die Pest für jeden Gegner und ein Segen für hingerissene Fribourg-Fans. Ein wahrer Publikumsliebling. Heins war prägend für unsere Playoffjahre und seine sehr unglückliche Verletzung, setzte der Hochphase von Gottéron zwischen 07/08 und 12/13 ein Ende. Weggenosse und wohl auch Schicksalspartner Franco Collenberg würdigt ihn in seiner gewinnenden Art: «Heins Nummer Eins: Danke Shawn für dein Leadership, deine Menschlichkeit, dein Herz…Kakikikaka kakikikika o o o o ohhh!!! #seeitbeforeithappens Alles Gute für die Zukunft!» Wir schliessen uns an. Seine #44 wird heute Abend zurückgezogen und nicht mehr vergeben. Thank you Shawn for everything!
 
Ihr seht liebe Fribourger. Das sind zwei Beispiele für Spieler die nicht mit Pauken und Trompeten, sondern eher still und leise in unser Team kamen. Unsere Fans, unsere Farben und unser Club hatten und haben weiterhin die Macht angeschlagene und verletzliche Pflänzchen zu grossen blühenden Bäumen wachsen zu lassen. Geniesst die heutige Zeremonie und denkt mit Stolz an diese Tatsache. Denn wir Fans haben sie aufgenommen und getragen. Sie haben sich mit grossen Taten bedankt. Das soll uns ein Licht sein in den nächsten Monaten und Jahren.
 

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