Interview mit… Thomas Zwahlen

Fragen an Thomas Zwahlen, Head Coach des 1. Liga Teams Düdingen Bulls

 

Die Düdingen Bulls sind hervorragend in die neue Saison gestartet und grüssen vom Leaderthron. Hast du mit einem solchen Start gerechnet?

Gehofft, aber nicht damit gerechnet, denn einige Gruppengegner haben personell extrem aufgerüstet und sind mit viel Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet. Nun gilt es zu beweisen, dass wir weiterhin konstant und erfolgreich spielen können.

 

Die Verletzungshexe schlägt auch dieses Jahr immer mal wieder zu, dennoch spielt man so stark auf. Zeigt das wieviel Potential diese Mannschaft eben hat? Was hebt sie vom Rest ab?

In diesem Jahr besteht das Kader aus 15 Stürmern und 9 Verteidigern, d.h. wir konnten das letztjährige Team zusammenhalten und zudem 3 junge Talente von MJ Fribourg Gottéron und 1 junges Talent vom EHC Chur einbauen. Dadurch entsteht für die Trainer eine gewisse Breite an Spielern, die als Team trainieren können und dabei einen gesunden Konkurrenzkampf entfachen. Gepaart mit gutem Teamgeist und einer Taktik, die zur Mannschaft bzw. den einzelnen Spielern passt, können auch gewichtige Ausfälle einigermassen kompensiert werden. Aber es ist schon so, dass dieses junge Team ihre Leader braucht, die die Equipe führen und als Vorbild vorangehen.

 

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Clubs «über» (zB) Gottéron oder «unter» (zB EHC Sensee Future Junioren) den Bulls aktuell? Bewährt sich das System?

Die Zusammenarbeit mit Fribourg Gottéron als Partner entwickelt sich stetig und vor allem in die richtige Richtung. In wöchentlichen Briefings unter den Trainern werden mögliche Einsätze von Spielern der Elite A Junioren bei Trainings und Spielen der Bulls geplant. Damit können verschiedene Spieler Luft im Erwachsenenhockey schnuppern, was für die Entwicklung der Jungs sicher nur positiv ist. Leider, leider findet zwischen den Bulls und dem EHC Sensee Future Junioren zur Zeit keine Zusammenarbeit statt, was ich persönlich als sehr schade empfinde. Denke jedoch, dass mit Robert Slehofer eine Person als Ausbildungschef fungiert, mit welchem sicher ein Weg zur Zusammenarbeit gefunden werden könnte.

 

Nachdem du Head Coach der Elite Junioren des SC Bern warst, bist du jetzt bereits in deine siebte Saison bei den Bulls gestiegen. Ich denke man darf sagen, dass solche Kontinuität nicht selbstverständlich ist und du mittlerweile eine grosse Verbundenheit und Club spürst. So bleibst du auch dort so lange es möglich ist? Wie sehen die Pläne aus?

Ich arbeite noch in meiner siebten Saison mit gleichem Elan und Engagement bei den Bulls wie zu Beginn im Jahre 2009. Ich denke auch, dass man als Trainer nur nachhaltig erfolgreich sein kann, wenn eine gewisse Kontinuität vorhanden ist und wie ich bei den Bulls, eigenständig und im Sinne des Sports meine Philosophie umsetzen kann.
Ich kann schon sagen, dass ich eine grosse Verbundenheit zu den Bulls habe und ich mich mittlerweile zur Bullsfamilie zähle. Hervorheben möchte ich den Zusammenhalt innerhalb des Clubs welcher einmalig ist und den ich sehr zu schätzen weiss.
Ich hoffe, dass der Sportchef und der Präsident mir weiterhin das Vertrauen als Trainer geben werden.

 

Wie siehst du deinen Stil als Trainer? Was muss ein Spieler mitbringen, damit du ihn gerne in deinem Kader hast?

Als Trainer bin ich in der Sache sehr konsequent, ehrlich, direkt und habe den Hang zum Perfektionismus d.h. ich möchte immer das perfekte Spiel. Ausserdem hat die Führung bei mir einen hohen Stellenwert. Ich versuche meine Spieler situativ zu führen, um so das Optimum aus dem Team herauszuholen resp. gesteckte Ziele gemeinsam zu erreichen.

 

Welche Spieler in deinem aktuellen Kader würdest du als deine wichtigsten Stützen bezeichnen und weshalb?

Ich habe alle Spieler gerne im Kader die das Team und nicht sich selbst in den Vordergrund stellen. Natürlich gepaart mit viel Talent und Wille sich zu verbessern.

 

Hat sich zwischen der Saison 10/11 und heute im Umfeld der Bulls etwas Entscheidendes verändert?

Ich denke wir arbeiten heute für einen 1. Liga Verein sehr professionell, das ist der grösste Unterschied. Ausserdem ist das Medieninteresse gestiegen.

 

Ist es nach all diesen Jahren überhaupt noch speziell als Berner in Kanton Freiburg zu coachen?

 Mittlerweile bin ich glaub ich als Berner im Kanton Freiburg aufgenommen worden. Es macht mich stolz, dass ich hier in Düdingen Trainer sein darf und ja es ist speziell in diesem von der Zweisprachigkeit geprägtem Kanton Coach zu sein

 

Der Amateurmeistertitel war ohne Zweifel der bisher grösste Erfolg, die Cup-Qualifikation war sicher auch nicht zu verachten. Nun folgt die Möglichkeit in die neu zu gründende Swiss Regio League «aufzusteigen». Das ist ein festes Ziel oder?

 Also die Schweizermeistertitel mit den Elite Novizen und Elite Junioren mit dem SC Bern waren auch grosse Erfolge und waren nebst dem SM Titel mit den Bulls einmalig. Der sportliche Aufstieg in die Swiss Regio League ist ein Ziel, ja!

 

Was sind die Vor- und Nachteile dieser neuen Liga und wie bringt es das Amateurhockey weiter?

Die Vorteile überwiegen mittlerweile und ich denke, dass die Qualität der Spiele besser wird und für den Zuschauer attraktiver. Der Aufwand wird für die Spieler nicht wesentlich grösser sein. Was hoffentlich noch umgesetzt werden sollte ist, dass die Swiss Regio League Spieler eines NL Partnerteams einsetzen könnte, denn so macht die Partnerschaft mit Fribourg Gottéron auch bzgl. der NLA Mannschaft Sinn.

 

Stellt man die drei 1. Liga Gruppen in der Schweiz wie sie aktuell noch besetzt sind nebeneinander, wer stich wen aus? Wer hat welche Vorteile auf seiner Seite?

 Ich denke, dass die Spitzenteams auf ähnlichem Niveau spielen und keine gravierenden Unterschiede bestehen.

 

Inwiefern verfolgst du Eishockey national und international? Schaust du dir z. B. auch die NHL an die in diesen Tagen in die neue Saison geht?

Ich schaue und analysiere so viele Spiele kann und es mir Spass macht, sei es NHL, NLA oder DEL.

 

Seit den vergangenen Playoffs werden die Heimspiele der Bulls allesamt im TV übertragen. Inwiefern hilft das Umfeld und Sport?

Es fühlt sie sehr schön an, wenn Spiele der Bulls live über den Bildschirm flimmern. Nur sollten wir immer gut spielen, nicht wie gegen St. Immer. Ich denke, es macht den Club noch bekannter als er schon ist, was auch für Sponsoren und somit auch für den Club sehr wichtig ist.

Wenn du dich festlegen müsstest, auf welchem Rang beenden die Bulls die Saison?

Hoffe mindestens Platz vier nach der Masterround, damit wir den sportlichen Aufstieg schaffen. In den Play-Offs ist dann alles möglich.

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