Interview mit… Stefan Wohlschlager

Interview mit Stefan Wohlschlager, Materialchef/Teambetreuer der DEL2-Mannschaft Lausitzer Füchse. Sein vorheriger Arbeitgeber war Gottéron.

Nach drei Jahren bei Gottéron, und einigen Jahren zuvor bei Ambri, hast du jetzt deine erste Saison bei den Lausitzer Füchsen in der DEL 2 hinter dir. Fiel dir Wechsel leicht?

 

Das schwierigste am Wechsel war und ist für mich eigentlich, daß ich die schöne Schweiz verlassen mußte, da werd ich beinahe jeden Tag dran erinnert wenn ich merke wie sehr man in GER eingeschränkt wird. Beim Eishockey war die Umstellung auch extrem, Tempo, Spielweise und weite Entfernungen stellten mich anfangs schon ab und an vor eine Prüfung.

 

War es nach dem Ende deines Engagements in Fribourg schwierig eine neue Stelle zu finden?

 

Nachdem bei Gotteron Schluß war durfte ich ja noch mit der schweizer Nati zur WM in Moskau, bevor ich mich intensiv um eine neue Anstellung kümmern konnte. Ich hab um die 45 Vereine angeschrieben, von etwa 25 Antwort bekommen und nur 3 positive. Die Füchse waren die ersten und kurz nachdem ich zugesagt hatte haben sich noch 2 weitere Vereine gemeldet gehabt, aber ich war schon unter Vertrag.

 

Du bist Materialwart aber auch Teambetreuer bei den Füchsen. Wie genau sieht dein Arbeitsalltag aus?

 

Teambetreuer ist nur ein anderer Begriff für meine Position. Mein Arbeitsalltag läuft in etwa so ab, als daß ich morgens fürs Training vorbereite, während dem Training kleine Sachen erledige aber immer in Rufweite zur Eisfläche bin, nach dem Training wird gewaschen, Skates geschliffen, Ausrüstung repariert, eventuell Bestellungen gemacht und immer überlegt was ich besser und effizienter machen kann.

 

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit zu der in der NLA?

 

Der Unterschied zur NLA besteht in erster Linie darin, daß die Distanzen zu den Spielen viel weiter sind. Es gibt z. B. Spieltage an denen steigen wir um 6 Uhr morgens in den Bus, bleiben unterwegs zum Mittagessen stehen, kurze Kaffeepause vor der Ankunft und um 19.30 oder 20 Uhr ist dann Spielbeginn bevor es wieder dieselbe Strecke nach Hause geht. Am nächsten Tag natürlich kurzes Eistraining. Schlaf? Oft Fehlanzeige, wenn dann nur im Mannschaftscar. Sonst ist natürlich noch das Budget hervorzuheben welches nicht viel Spielraum zulässt und von Saisonbeginn an gut überlegt sein muß.

 

Nach einem 6. Platz scheiterte das Team dann im Viertelfinale an den Kassel Huskies. Wurden die Ziele die man sich vor der Saison gesteckt hatte erreicht?

 

Platz 6 letzte Saison haben uns die wenigsten zugetraut, viele sogenannte Experten hielten uns vor Saisonbeginn sogar als Absteiger Nummer 1. Unser gestecktes Ziel war Playoff, das haben wir erreicht, die direkte Qualifikation mit Umgehung der pre-playoff war das i-Tüpfelchen.

 

Wie bist du zum Eishockeysport gekommen? Was war dein Werdegang und deine Stationen?

 

Zum Eishockey gekommen bin ich als Zuschauer in einer unterklassigen Liga in Bad Reichenhall (wo am 2.1.2006 das Dach einstürzte), zu Saisonbeginn 03/04 bin ich als Zeitnehmer/Punktrichter nach Salzburg gegangen, meine erste Saison als hauptberuflicher MaterialChef in Salzburg war 2005/06, gefolgt von Stationen in Ingolstadt, Landshut, Ambri-Piotta, Fribourg und jetzt Weißwasser.

 

Was hast machst du im Sommer so?

 

Nach der Saison stehen die üblichen Dinge an, unsere Bereiche in der Eishalle aufräumen, die Spielerwohnungen inspizieren und reparieren was es zu reparieren gibt, alles in allem hatte ich noch nicht viel Freizeit, die beginnt am kommenden Montag mit 3 Wochen Ferien. Geplant sind nur kurze Ausflüge etwa nach Auschwitz um zu sehen was meine Vorfahren verbrochen haben, vllt Berlin, Prag und die Ostsee. Lang kann ich nicht von daheim weg, irgendjemand muß sich um meine 3 Katzen kümmern und nach 2 Tagen weiß ich fehlen sie mir schon. 😹 Ahja…Quadtouren sind geplant en massé in der Gegend 😋

 

Was sind deine Pläne für die nächsten Spielzeiten? Kannst du auch wieder an internationalen Turnieren mitarbeiten?

 

Wenn alles gut geht schaff ich diese Saison 750 Spiele. Meine Pläne sind wie jedes Jahr die Spieler bei dem zu unterstützen was sie am liebsten tun, nämlich erfolgreich Eishockey zu spielen. Wenn ich eine Chance habe international mitzuwirken werde ich alles dran setzen teilnehmen zu können.

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst folgende HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>