Interview mit… Martin Megert

Das 9. Interview der Reihe “Interview mit…” führen wir mit Martin “Tuni” Megert von Hardboiled SCB.

Tuni du bist seit vielen Jahren Eishockeyfan. Was vermisst du von früher und was ist heute besser?

Früher war der Kommerz noch nicht sooo ausgeprägt. Was heute besser ist: Der Modus. Quali und dann Playoffs sind der Hammer.

 

Dein Blog Hardboiled SCB findet heute Leser aus der ganzen Schweiz und ist in aller Munde. Wie war dein Werdegang in der schreibenden bzw. filmenden Zunft?

Irgendwann begann ich auf einer Webseite völlig wurstige Matchberichte zu schreiben. Dann kamen die sozialen Medien und ich zog es einfach weiter. Der Erfolg ist auch Facebook zu verdanken. Es geht unheimlich schnell, bis etwas bekannt wird.

 

Darf ich deine Texte als beissende Satire in Umgangssprache bezeichnen? Wie bist du zu deiner Art zu schreiben gekommen?

Du darfst. Ich schreibe so wie ich denke, ich leere einfach meinen Kopf.

 

Hat sich in deinem Stil mit der wachsenden Bekanntheit etwas geändert?

Nein, ich musste nur aufpassen als ich auf Facebook schrieb. Man kennt die Zensur der Leute dort. Allerdings bin ich ja selten grob beleidigend, es ist alles mit Humor zu geniessen.

 

Es gibt bestimmt viele Leser, die jedes Wort für bare Münze nehmen und dann wahrscheinlich ziemlich unqualifizierten Hate abdrücken. Wie gehst du mit denen um?

Ich melde mich bei ihnen und diskutiere. Oft passiert es, wenn jemand meint, Hardboiled SCB sei eine seriöse Berichterstattung. Das kläre ich dann in einem Gespräch oder Chat.

 

Ist Satire im für viele einfach so lange lustig bis es etwas betrifft das man selbst mag?

Das ist so. Zudem ist Satire und schwarzer Humor oft schwer zu verstehen. Allerdings mag ich es persönlich auch, wenn es um meinen Verein geht.

 

Obwohl du offensichtlich den Nerv der Zeit triffst scheint es kaum Nachahmer anderer Teams zu geben (ich jedenfalls kenne niemanden). Woran liegt das?

Ich weiss es nicht. Vielleicht schreckt der Aufwand ab, denn wenn Du viele Leser hast, dann musst Du Deine Berichte verlässlich so nah am Spiel wie möglich schreiben. Sonst bist Du schnell kalter Kaffee.

 

Wie reagieren die Leute, über die du schreibst? Hast du viele Rückmeldungen vom SCB-Staff oder dem anderer Teams?

Ich erhalte viele Rückmeldungen. Vom SCB sowieso, aber ich hatte auch schon von anderen Vereinen ein Feedback. Zum Glück nehmen sie es so, wie es sein soll: mit Humor.

 

Einerseits bestichst du durch viel Abwechslung, hast aber natürlich trotzdem deine Running Gags die immer mal wiederkommen. Woher holst du die Ideen?

Ich muss sie nicht holen, die sind einfach plötzlich da. Auch im Alltag. Ich bin so wie ich schreibe.

 

Gibt es eine persönliche Grenze die du dir beim Schreiben setzt und hast du sie auch schon überschritten bzw. mal etwas im Nachhinein bereut?

Bei mir gibt es keine Aufrufe zur Gewalt oder Chaos, ebenso sind alle Themen Tabu, die leider auf anderen Seiten immer wieder überschritten werden: Rassismus zum Beispiel. Einmal habe ich danebengeschossen und es bereut, ich will mit meinen Zeilen niemanden verletzten, es soll Spass sein.

 

Schreibst du komplett alleine oder hast du auch mal Support?

Nein, es ist die reinste Onanie. Ich schreibe alleine.

 

Kommen wir zum Wichtigsten. 😉 Wie würdest du dein Verhältnis zu Gottéron bezeichnen?

Das ist die perfekte Hassliebe. Man mag sich gegenseitig nichts gönnen, aber ohne den Anderen wäre die Hockeywelt so viel langweiliger …

 

Fribourg hatte in den letzten Jahren sicherlich erfolgreiche Momente. Doch dagegen stehen immer wieder die vielen Hindernisse, wie zuletzt Berra, oder die chronische Titellosigkeit… Auf uns bezogen dürften dir die Themen bestimmt nicht so schnell ausgehen?

Das ist richtig, dafür bin ich ja dankbar. Wenn ich jetzt an den neuen eventuelle Goalie denke der heisst wie eine Titte … uha uha uha.

 

Weshalb wünschst du Fribourg, trotz der vielen Häme, eben gerade nicht alles Schlechte dieser Welt?

Warum sollte ich? Ich mag das gegenseitige ausfrotzeln, Gottéron zeigt zum Teil spektakuläre Spiele vor einer grossartigen Heimkulisse.

 

Eine Message an Fribourgs Fans die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben?

Ewig kann der Meistertitel für Fribourg nicht aufgehalten werden. Es braucht die perfekten Momente in den Playoffs und jedes Jahr ist eine neue Chance.

 

Wie erlebst du die Fanszene in Bern? Du warst ja früher zuhause und auswärts stets mit dabei. Heute zu Hause noch mit Abi aber die Awayspiele am TV. Vermisst du es manchmal noch auswärts, nun, die Sau rauszulassen?

Nein, die Zeit ist definitiv vorbei. Mir reichen die Heimspiele und ich bin durch meine Tochter perfekt vertreten, die jetzt auf Awaytouren geht.

 

Wie beurteilst du die Fanszene und den «normalen Stadionbesucher» heutzutage?

Die Fanszenen sind unheimlich kreativ geworden. Die Choreos sind Klasse, der Support bei Awayspielen ist grossartig. Allerdings ist bei Heimspielen eine gewisse Tendenz zum Kinopubikum sichtbar. Ist gerade etwas Leerlauf auf dem Eis, wird es fast überall zu ruhig.

 

Schmeichelhaft, wurden wir vom Drachenradio auch schon einmal mit dir zusammen in einem Satz genannt. 😉 Hast du uns schon einmal zugehört?

Ich werde nächste Saison aktiver Zuhören und werde dann mein Urteil abgeben!

 

Man konnte auch noch lesen, dass du mit gesundheitlichen Problemen kämpfst. Geht es dir wieder besser?

Der Arsch im Hirn wurde in 8 Stunden Operation entfernt. Ich habe mich schnell erholt, muss jetzt aber noch die Therapie bis Mitte August durchziehen. Ich vertrage alles gut und mir geht es prima, danke der Nachfrage!

 

Was wünscht du dir für die Zukunft, persönlich und in Sachen SCB?

Gesundheit für alle Leute die ich kenne und für den SCB natürlich den dritten Titel in Serie!

 

Vielen Dank für das Interview.

Gern geschehen. Danke für das Interesse.

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