Interview mit… Christoph Bertschy

Unser Interview mit Christoph Bertschy. Fribourger, ehemaliger Gottéron-Junior, Meister mit dem SC Bern und heute Spieler in der Organisation der Minnesota Wild.

 

Du bist jetzt in deiner zweiten Saison in den USA. Wie oft kommst du noch in die Schweiz
zurück?

Im Sommer, ansonsten eigentlich nicht.

Die meisten deiner Einsätze hattest du bisher bei den Iowa Wild. Wie siehst du deine Rolle
im Team und wie bist du mit der bisherigen Leistung von dir und des Teams zufrieden
(Ligamittelfeld)?

Spiele eigentlich meistens in den Top 6, Powerplay und Boxplay. Also eigentlich eine tragende
Rolle was mir sehr gefällt. Das Team ist super es macht viel mehr Spass als letztes Jahr, als wir
mit Abstand Letzte waren. Gibt auch mehr Energie um die Playoffs zu spielen, als schon an
Weihnachten zu wissen, dass es sehr wahrscheinlich nicht reicht für di Playoff-Quali.

Bisher hattest du 8 Einsätze in der NHL, beim «Mutterteam», den Minnesota Wild. Wie war
es, das erste Mal NHL-Eis zu betreten?

Es war ein Traum. Ich war so nervös wie bei meinem ersten NLA-Einsatz als ich 17 Jahre alt
war.

Bist du, wenn du bei Iowa spielst, immer darüber informiert wie zufrieden die
Verantwortlichen mit dir sind und wie nah du vor einem nächsten NHL-Einsatz stehst?

Manchmal mehr, manchmal weniger. Das Klischee, dass in Nordamerika kaum mit den
Spielern gesprochen wird, stimmt schon ein bisschen.

Diese Saison wurdest du bereits mehrmals zwischen den Teams runter- und raufgeschickt.
Stellst du dich in St. Paul jeweils auf einen längeren Aufenthalt ein oder sagen dir die
Coaches klar, dass es möglicherweise nur von kurzer Dauer sein könnte?

Wie gesagt viel sagen sie dir nicht. Bei einem call up nimmt man einfach das Notwendigste mit und
falls es dann wirklich langfristig wird, kann das Farmteam Sachen schicken.

Kleineres Eisfeld, mehr Härte… Was war für dich die grösste Umstellung zum Hockey in der
Schweiz?

Genau das. Das kleinere Eisfeld. Weniger Zeit schnellere, Entscheidungen etc. Die Härte war
weniger das Problem.

Minnesota hatte diese Saison eine beeindruckende Siegesserie. Wo hast du da die
wichtigsten Punkte festgestellt, damit das möglich wurde?

In der Konstanz und der defensiven Disziplin.

Wie sehr ist dir Nino Niederreiter eine Hilfe oder ein guter Gesprächspartner?

Eigentlich top. Er hilft mir bei allen Fragen und falls ich in Minnesota bin, hat er mich auch
schon zum Nachtessen eingeladen.

Weisst du, wo du dich vor allem verbessern musst, damit du längerfristig in der NHL Fuss
fassen kannst?

Ich muss Konstanz in mein Spiel bringen. Zuviel auf und ab.

Wie würdest du das allgemeine Niveau der AHL so beschreiben? Vielleicht im Vergleich mit
der Schweiz?

AHL und NLA sind sicher vergleichbar vom Niveau her, wobei aber das Spiel anders ist. Mit dem
kleineren Eisfeld ist es schneller und härter in Nordamerika, mit dem grossen Feld muss man
aber ein besserer Schlittschuhläufer sein.

Der mittlere Westen hat ja im Gegensatz zu den Küstenregionen der USA international eher
weniger Strahlkraft. Worin liegen die Vorzüge und Nachteile von Iowas Hauptstad Des
Moines und dem Bundesstaat allgemein?

Des Moines ist eine kleine nette Stadt. Es gibt nicht allzu viel zu tun, aber die meisten Spieler
leben im selben Appartement-Komplex in West-Des Moines, welche eine neuere Ortschaft ist.
Daher ist es sicher hübsch 🙂

Magst du dich zu den aktuellen politischen Vorgängen in den USA äussern? Bleibt Zeit sich
zu informieren neben Training und Spielbetrieb?

Über Politik möchte ich mich persönlich nicht äussern.

Was machst du am liebsten, wenn es mal nicht ums Eishockey gehen soll?

Ich bin ein leidenschaftlicher Koch.

Wie war der Tag deines Draftpicks 2012 für dich?

War mit meinen besten Freunden am Grillen und hatte eigentlich keine Ahnung. Dann kam das
Telefon und wir waren alle total überrascht. Hatten danach aber ein guten Grund zum Feiern 🙂

Welches sind deine Idole im Eishockey und anderswo?

Im Eishockey von der Spielart Pavel Datsyuk und von früher Joe Sakic.
Anderswo ist sicher Roger Federer ein Idol, warum erklärt sich wohl von alleine

Welche Schweizer Spieler könnten es in nächster Zeit noch hoch hinausbringen? Aktuell ist
ja z.B. Nico Hischier in aller Munde.

Ich persönlich kenne jetzt auch nur Hischier aber der Nachwuchs in der Schweiz wird immer
besser, von dem her kann man sicher noch vieles erwarten vom schweizerischen Hockey in
Zukunft

Mit dem SCB hast du die Meisterschaft und den Cup geholt. Wie stark klingen diese Erfolge
noch nach und sind sie noch immer ein Spender für Selbstvertrauen?

Das war sicher ein Superzeit für mich persönlich. Natürlich denkt man noch gerne daran
zurück und es gibt einem Selbstvertrauen.

Du weisst, wir sind das Fanradio von Fribourg-Gottéron. Darum muss diese Frage einfach
kommen. ☺ Was genau waren damals deine Gründe für den Wechsel von Fribourg nach
Bern?

Mit den Novizen Elite sind wir in Fribourg abgestiegen und Bern hatte schon lange Interesse
gezeigt. Da die U16 Nationalmannschaft vor der Tür stand wollte ich in der höchsten
Junioren-Liga meines Alters spielen.

Wie sehr verfolgst du die Schweizer Meisterschaft noch?

Ich schaue eigentlich noch Highlights und bin sicher mit einigen Freunden noch in Kontakt.

Wo siehst du deine Chancen bzgl. der Nationalmannschaft, falls du verfügbar sein solltest?

Wird schwierig denke ich, ist aber auch schwierig einzuschätzen.

Dein Vertrag läuft noch bis Ende kommender Saison. Darf man annehmen, dass du sehr
gerne drübenbleiben möchtest?

Das Ziel ist natürlich die NHL. Falls ich dies schaffe, wird es keine Frage sein drüben zu
bleiben 😉

Vielen Dank für das Interview

 

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