Beni Plüss – eine Würdigung

Es war Samstag der 22.12.2007. Die Gottéron-Fans hatten ob der Leistung ihrer Mannschaft (drei Niederlagen in Folge) nicht gerade weihnachtliche Gefühle. Auch die Tatsache, dass man an diesem Tag Basel auswärts nach Verlängerung schlug, änderte nicht viel daran. Sportlich gesehen, war das also bei Leibe kein Spiel an das man sich lange erinnern sollte. Tatsächlich war da für mich ein anderer Grund, und dieser Grund heisst Beni Plüss.
Ich versuche stets den Personenkult im Eishockey so gut wie möglich zu ignorieren, jeden Spieler „nur“ als ein Puzzlestück im Gesamtbild anzuschauen. Es liegt in der menschlichen Natur, dass das nie komplett möglich ist, doch lässt es sich bei einer objektiven Betrachtungsweise zumindest eindämmen. Beni Plüss aber war stets ein Spieler, den ich bei solchen Überlegungen ausklammerte. Er ist aus sportlicher wie auch aus persönlicher Sicht eine der prägendsten Figuren im St. Léonard in diesem Jahrtausend.
Mit seinem Tempo, seiner Standhaftigkeit und seiner generösen Aufrichtigkeit (die er auch jetzt bei seinem angekündigten Abschied beweist) war er in den dunklen Gottérontagen die es vor der SCB-Serie im März 2008 seit seiner Ankunft an der Saane zu Hauf gab, immer ein Lichtblick. Jede Niederlage, jedes an ihm begangene Foul (es waren viele) nahm er hin ohne zu murren. Er war schlicht ein Pfeiler, ein Leuchtturm. Sein Abgang wird jetzt von Misstönen begleitet. Doch auch wenn die sportliche Führung offenbar nicht ganz fair zu ihm war, was ihn offensichtlich sehr stark traf, ist eine Verjüngung der Mannschaft nicht aufzuhalten und schlicht ein logischer Prozess. Auf alle Fälle sind wir dazu verpflichtet ihm einen Abschied zu bereiten, der einem Spieler seines Formats würdig ist. Da sind der Klub und die Fans gefragt.
An jenem 22.12. haben wir ein Transparent gestaltet. „Encore plüss fort“ stand darauf, wir wollten diesen grossartigen Kämpfer ehren. Nach dem Spiel kam er zur Welle mit uns und bedankte sich. Ich fühlte in diesem Moment tief empfundene Sympathie zu diesem Spieler, zu diesem Menschen. Jeder Gottéron-Fan hat seine Geschichten und Anekdoten zu Plüss. Teilt sie mit uns, wenn ihr mögt.

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